Welche Pflegearten gibt es?

Die verschiedenen Pflegeformen

Familienpflege

In den meisten Fällen sind das Ausmaß und die Schwere
der Pflegebedürftigkeit entscheidend dafür, welche Form
der Pflege notwendig bzw. angemessen ist.
Als Pflegebedürftig nach den Buchstaben des Gesetzes gelten Menschen, die durch eine Erkrankung oder Körperbehinderung wenigstens für einen Zeitraum von 6 Monaten Hilfe benötigen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung, der Mobilität, Ernährung und Körperpflege in umfangreichem Maße.
Geregelt ist dies im § 14 Absatz 1 SGB XI (Sozialgesetzbuch).
Die Zuordnung in eine der Pflegestufen der gesetzlichen Pflegeversicherung bestimmt den Umfang der nötigen Hilfe. Für den Umfang der Leistungen durch die Pflegekasse ist also die Pflegestufe maßgeblich.

Pflegeart 1: Ambulante Pflege

Bei der ambulanten Pflege bleiben die Pflegebedürftigen in ihrer heimischen Umgebung.
Die Pflegeleistungen im eigenen Haushalt werden durch Angehörige, Freunde, Nachbarn
oder zugelassene ambulante Pflegedienste erbracht. Das Einsatzfeld für die ambulante Pflege umfasst die Grundpflege, Behandlungspflege, Verhinderungspflege und hauswirtschaftliche Pflege. Die ambulante Pflege ist allerdings nur dann zu empfehlen, wenn das persönliche Umfeld intakt ist und nur eine leichte Pflegebedürftigkeit gegeben ist.

Pflegeart 2: Teilstationäre Pflege

Die teilstationäre Pflege dient zur Entlastung der Angehörigen. Die Pflegebedürftigen in den teilstationären Pflegeeinrichtungen werden von ausgebildeten Pflegekräften versorgt, und das entweder tagsüber oder nachts. Diese Form der Pflege ist also ein Mix aus der ambulanten Pflege zu Hause und der stationären Pflege in einem Pflegeheim.
Mit einer teilstationären Pflegeart bleibt vielen Menschen die komplette Unterbringung in einem Pflegeheim erspart – und den pflegenden Angehörigen bleibt noch ein Stück des eigenen Alltags erhalten. Unterschieden wird zwischen einer Tages– oder Nachtpflege.
  • Teilstationäre Pflege als Tagespflege :

    Hier halten sich die Pflegebedürftigen täglich bis zu 8 Stunden in einem Tages-Pflegeheim aus. Die Pflegezeit wochentags ist meist von 8.00 Uhr morgens bis
    16.00 nachmittags.
    Der Pflegebedürftige wird normalerweise morgens von einem Fahrdienst abgeholt und nachmittags zurück gebracht. In der restlichen Zeit werden die Pflegebedürftigen von den Angehörigen gepflegt und versorgt, also früh morgens, abends, nachts und am Wochenende. Hier können die Angehörigen tagsüber ihren beruflichen oder privaten Tätigkeiten nachgehen und die häusliche Pflege in der restlichen Zeit übernehmen.
    Der Pflegebedürftige erhält seine Mahlzeiten, verschiedene Therapieangebote und Angebote für die Freizeitgestaltung. Damit können die noch bestehenden Fähigkeiten trainiert werden, sodass der Pflegebedürftige durch den ständigen „Tapetenwechsel“ und wegen der neuen Anregungen und Kontakte oftmals wieder auflebt. Solche Tageseinrichtungen sind übrigens auch sinnvoll für Demenzkranke Menschen.
  • Teilstationäre Pflege als Nachtpflege :

    In Pflegeheimen mit Nachtpflege sind insbesondere solche Pflegebedürftigen gut aufgehoben, die nachts Angst in ihrer Wohnung haben, unruhig sind und ständig aufwachen sowie medizinisch betreut werden müssen. Außerdem kümmert sich
    das Pflegepersonal darum, die notwendige Grundpflege zu übernehmen.
    Natürlich findet auch hier ein Transport-Service statt. Der Pflegebedürftige wird
    also auch bei der Nacht-Pflegeart von zu Hause abgeholt und zurück gebracht.
  • Die Kosten für eine teilstationäre Pflege :

    Von der gesetzlichen Pflegeversicherung werden die Kosten nur für die reinen Pflegekosten bis zum Höchstsatz übernommen. Der Höchstsatz für die teilstationäre Pflege richtet sich nach der anerkannten Pflegestufe. Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt zudem die Fahrtkosten zum Pflegeheim und zurück. Die Aufwendungen für Mahlzeiten oder Freizeitaktivitäten dagegen müssen von den Pflegeversicherten aus eigener Tasche bezahlt werden. Eine private Pflegetagegeld-Versicherung könnte in diesem Fall von Nutzen sein.
Leider ist das Angebot an teilstationären Pflegeplätzen nicht so hoch wie bei einer vollsta- tionären Pflege. Infos über teilstationäre Pflegeeinrichtungen in ihrem Umkreis können Sie bei Pflegediensten, Pflegeversicherungen oder diversen Wohlfahrtsverbänden erhalten.
Per Internet können Sie im AOK-Pflegeheimnavigator sofort mögliche teilstationäre Einrichtungen finden.

Pflegeart 3: Komplette stationäre Pflege

Wenn eine Pflege rund um die Uhr von Nöten ist, bleibt als einzige Möglichkeit oft nur der dauerhafte Aufenthalt in einem Pflegeheim übrig, also die stationäre Pflege. Ein Grund dafür könnte beispielsweise eine fortgeschrittene Demenz sein. Eine stationäre Pflege bietet dem Pflegebedürftigen ein hohes Maß an Sicherheit, weil die Versorgung in einem Alten-, Pflege- oder Seniorenheim professionell und rund um die Uhr stattfindet. Das Pflegepersonal ist immer erreichbar, in den meisten Räumlichkeiten gibt es Notrufeinrichtungen und es wird sich auch um medizinische Angelegenheiten gekümmert. In den meisten Pflegeeinrichtungen gibt es Freizeitangebote, die sich an den Interessen der Pflegebedürftigen ausrichten.
  • Die Kosten für eine vollstationäre Pflege :

    Stationäre Pflege bedeutet gleichzeitig auch höhere Kosten. Der durchschnittliche Kostenaufwand für einen stationären Pflegeplatz liegt bei ca. 3.300 Euro pro Monat.
    Für eine vollstationäre Pflege leistet die gesetzliche Pflegeversicherung zurzeit nur folgende monatliche Beträge (Stand: Jan. 2012) :
    • Pflegestufe 1: 1.023 Euro
    • Pflegestufe 2: 1.279 Euro
    • Pflegestufe 3: 1.550 Euro (in Härtefällen 1.918 Euro)
    Mit diesen Sätzen sind lediglich die reinen Pflegekosten bis zum Höchstsatz abgegolten. Die zusätzlich anfallenden Kosten für Kost und Logis, die sogenannten „Hotelkosten“ für Essen, Schlafen und Freizeitgestaltung sind von dem Pflegebedürftigen oder seine Familienangehörigen zu tragen.
Fazit …
Angesichts dieser Situation stellt sich unweigerlich die Frage der Finanzierung. Hinsichtlich der demographischen Veränderungen ist es heute ein Muss, auch im höheren Alter, eine private Vorsorge zu treffen.

2 Leserkommentare

  1. Meine Mutter war fuer mehr als 4 Jahre ein Pflegefall, bettlaegerig, bei sich zuhause untergebracht, abgesehen von der Grundpflege durch die Diakonie, hat meine Schwester fuer diese Zeit Pflegeleistungen erbracht, ich lebe im Ausland. Welche Stelle kann uns Auskunft geben ueber den Anspruch meiner Schwester auf Pflegegeld fuer die von ihr erbrachten Leistungen? Gibt es eventuell eine Formel zur Berechnung?

  2. Hallo Giseline,
    zur individuellen Beratung solltest Du Dich an einen Pflegestützpunkt in Deiner Nähe wenden. http://www.altenpflege-hilfe.net/tipps-und-tricks/pflegeberatung.php

    Dort wirst Du fachgerecht beraten und kannst sicher Sein, dass die Informationen zuverlässig sind.

    Gruß
    Sascha

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