PflegeZusatzversicherung – Die 3 Arten

Welche privaten Pflegezusatzversicherungen gibt es?

Pflegezusatzversicherung

Wird ein Angehöriger zum Pflegefall, zieht das in der Regel große Konsequenzen für pflegende Angehörige nach sich. Neben den persönlichen Belastungen für die Pflege von Angehörigen kann auch die finanzielle Hürde beträchtlich sein.
Eine private Pflegezusatzversicherung fängt die hohen Kosten auf – und kostet meist weniger, als man denkt.

Die drei Varianten der privaten Pflegezusatzversicherung

Zur Vorbeugung des Kostenrisikos gibt es in der privaten Pflegeversicherung 3 verschiedene Varianten. Diese unterschiedlichen Möglichkeiten der Pflegezusatzversicherung möchten wir ihnen kurz erläutern.

Private Pflegezusatzversicherung – Pflegetagegeld-Versicherung

Die bekannteste Pflegezusatzversicherung ist die Pflegetagegeld-Versicherung.
Der Versicherungsnehmer kann die Höhe des Pflegegeld-Tagessatzes frei wählen.
Das Tagegeld wird dann ausbezahlt, wenn die versicherte Person pflegebedürftig wird.
Der Versicherte bestimmt hier die Höhe der Leistung selbst. Die Tagessätze bewegen sich meist zwischen 10 Euro bis 100 Euro. Der Tagessatz wird dann mit 30 multipliziert und man erhält dann die Höhe des monatlich auszuzahlenden Pflegegeldes. Einige Versicherer bieten auch die Möglichkeit einer höheren Absicherung an.
Das volle Pflegegeld wird bei den meisten Anbietern eines Pflegetagegeldes erst bei einer Pflegebedürftigkeit in Pflegestufe 3 ausbezahlt oder nur bei stationärer Pflege.
Bei der Pflegestufe 1 oder Pflegestufe 2 werden im Regelfall nur anteilige Leistungen von der privaten Pflegezusatzversicherung ausbezahlt. Es gibt jedoch auch Tarife, die frei wählbare Tagegelder in allen Pflegestufen erlauben. Bei solchen Tarifen kann für jede Pflegestufe der volle Tagessatz vereinbart werden, also beispielsweise 100 Euro pro
Tag in Pflegestufe 1, 2 und 3.
Die Pluspunkte der Pflegetagegeldversicherung sind, dass die Leistungen völlig frei ver- fügbar sind und der Pflegebedürftige kann das Pflegetagegeld so verwenden, wie er das möchte. Die Prämien der privaten Pflegezusatzversicherung als Pflegegeldversicherung
sind vergleichsweise günstig. Außerdem kann der Versicherte die Höhe der späteren Leistungen selber bestimmen.

Private Pflegezusatzversicherung – Pflegerentenversicherung

Bei der Pflege-Rentenversicherung als Möglichkeit der privaten Pflegezusatzversicherung wird vom Versicherungsnehmer kein Pflegetagegeld festgelegt, sondern ein Monatsbeitrag von z. B. 50 Euro oder 100 Euro monatlich. Wenn die versicherte Person pflegebedürftig wird, zahlt der Versicherer dem Pflegebedürftigen später auf dieser Basis eine lebenslange steuerfreie Rente aus.
Die Höhe der monatlichen Rente ist in der Pflegerentenversicherung als private Pflegezusatzversicherung aber nur zum Teil garantiert. Sehr häufig werden von den Versicherern in den Berechnungen für die monatliche Pflegerente fiktive Überschüsse eingerechnet, die sehr stark von der Entwicklung des zukünftigen Kapitalmarkts abhängig ist. Achtung: Diese fiktiven Überschüsse sind nicht garantiert. Deshalb ist unbedingt darauf zu achten, wie hoch die tatsächlich garantierte monatliche Pflegerente in dieser Art der Pflegezusatzversicherung ist.
Ein Vorteil der Pflegerentenversicherung gegenüber anderen Pflegezusatzversicherungen ist, dass auch schon bei einer Erkrankung an mittelschwerer Demenz geleistet wird, selbst wenn die gesetzlichen Bedingungen für eine Pflegestufe noch nicht erfüllt sind.
Außerdem besteht die Möglichkeit einer vorübergehenden Beitragsfreistellung bei dieser privaten Pflegezusatzversicherung, wenn der Versicherte die Beiträge vorübergehend oder länger nicht mehr bezahlen kann. Als Folge vermindert sich logischerweise die später auszuzahlende Pflegerente. Gleichwohl sind die schon einbezahlten Monatsbeiträge auf keinen Fall weg. Die private Pflegezusatzversicherung in der Variante einer Pflegekosten- oder Pflegetagegeld-Versicherung bietet diese Möglichkeit nicht.
Ab Rentenbezug müssen in der Pflegerentenversicherung zudem keine Beiträge mehr einbezahlt werden. Die spätere Beitragsfreistellung muss jedoch teuer erkauft werden,
denn die Beiträge für eine Pflegerentenversicherung sind oft doppelt so hoch als bei
einem Pflegetagegeld-Tarif.
Ein weiterer Vorteil der privaten Pflegezusatzversicherung in der Form der Pflegerenten-Versicherung ist, dass die monatlichen Beiträge immer gleich hoch sind, denn es können
von den Versicherern keine Beitragserhöhungen vorgenommen werden. Dies ist ein weiterer Unterschied zu den Pflegekostenversicherungen oder den Pflegetagegeldversicherungen. Bei diesen beiden Arten der Pflegezusatzversicherung können die Versicherer die Beiträge im Laufe der Zeit aus Kostengründen anpassen, nämlich wenn die Schadensquote oder der Aufwand für die Versicherten enorm gestiegen ist.
Für die o.g. Vorteile muss ein relativ hoher Beitrag aufgewandt werden. In der Relation von Monatsbeitrag zu später erzielender Pflegerente sind Pflegerentenversicherungen deutlich teurer als z.B. Pflegetagegeld-Versicherungen. Um in der Pflegerenten- versicherung auf eine ähnlich hohe Leistung zu kommen wie in der Pflegetagegeld-Versicherung, muss man bei den Versicherern (je nach Tarif) nahezu das Doppelte
an Beitrag für die Pflegerente aufwenden.

Private Pflegezusatzversicherung – Pflegekostenversicherung

Eine weitere Variante der privaten Pflegezusatzversicherung ist die Pflegekostenver-sicherung. Hier übernimmt der Versicherer für die Pflege einen vorher festgelegten Prozentsatz der tatsächlichen Kosten bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit. Das könnten beispielsweise 80 Prozent sein.
Ein Vorteil gegenüber den beiden anderen Varianten der Pflegezusatzversicherung ist, dass sich die Leistungen automatisch erhöhen, wenn die Kosten steigen. Das bedeutet, wenn sich die Kosten für die Pflegedienstleistungen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zwangs- läufig laufend erhöhen werden, dann erhöhen sich gleichzeitig auch die Leistungen aus der Pflegekostenversicherung.
Nachteilig gegenüber der Pflegerente und dem Pflegetagegeld aber ist, dass die Leistungen der Pflegekostenversicherung immer an die tatsächlichen Pflegekosten gebunden sind.
Der Pflegebedürftige kann über das versicherte Geld also nicht selber bestimmen, sondern es besteht gegenüber der Versicherung lediglich ein so genannter Sachleistungsanspruch, den die Versicherung für die benötigte Pflege zum entsprechenden Prozentsatz erstattet.
Unser Fazit:
Eine private Pflegezusatzversicherung ist heute nahezu unumgänglich.
Zwar kann niemand wissen, ob das heute vereinbarte Pflegegeld bei einer Pflegezusatz- versicherung von beispielsweise 1.500 Euro oder mehr bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit
in späteren Jahren noch ausreicht, um eine gute Pflege abzusichern.
Unsere Erfahrung ist dennoch, dass die meisten Versicherten, die sich für eine private Pflegezusatzversicherung entscheiden, die Variante der Pflegetagegeldversicherung wählen. Der Grund dafür ist, dass man selber sehr flexibel über die Verwendung der Pflegegelder entscheiden kann und die private Pflegetagegeldversicherung andererseits
von den monatlichen Beiträgen her sehr interessant ist.
Wenn Sie eine weitergehende Beratung für die private Pflegezusatzversicherung als Variante der Pflegerentenversicherung oder der Pflegekostenversicherung wünschen,
dann setzen Sie sich einfach mit uns in Verbindung.
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