Pflegeversicherung: Pflegestufe 3

Pflegestufe 3 nach dem Sozialgesetzbuch (SGB XI)

Pflegestufe 3

In Deutschland hat sich der Gesundheitszustand der Bürger in den letzten Jahrzehnten stark verbessert. Daraus resultiert eine spürbar höhere Lebenserwartung. Bei Frauen wird von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 82 Jahren ausgegangen und bei den Männern derzeit von 73 Jahren. Das ist natürlich erfreulich, hat aber auch einen faden Beigeschmack, denn nur die wenigsten bleiben bin in das hohe Alter gesund. Die steigende Lebenserwartung ist einer der Gründe, warum die Zahl der Pflegebedürftigen immer weiter ansteigt.

Feststellung der Pflegestufe 3

Voraussetzung für die Erlangung der Pflegestufe 3 ist, dass der Betroffene als “schwerst Pflegebedürftig” eingestuft wird. Eine schwerste Pflegebedürftigkeit – und somit auch die Pflegestufe 3 – liegt dann vor, wenn der Betroffene täglich mehr als fünf Stunden Hilfe benötigt. Davon müssen mindestens vier Stunden auf die Grundpflege entfallen, die ständig, auch in der Nacht, notwendig werden kann.
Der Pflegebedürftige muss quasi rund um die Uhr versorgt werden – zum Beispiel beim An- und Ausziehen, beim Waschen, bei der Zubereitung der Mahlzeiten oder für Toilettengänge. Außerdem bei den Haushaltsarbeiten und für die täglichen Einkäufe.
Wie in den anderen Pflegestufen erfolgt die Feststellung der Pflegebedürftigkeit durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen – kurz MDK. Der MDK untersucht die Pflegebe- dürftigen nach den allgemeinen Begutachtungsrichtlinien der Pflegekassen. Er bespricht zudem die Situation und berät auch die Angehörigen, falls vorhanden.
Vielfach wird die Pflege dabei von Angehörigen übernommen. Einer Berufstätigkeit kann dadurch in der Regel nicht mehr nachgegangen werden.

Pflegegeld oder Sachleistungen

Die anfallenden Pflege-Kosten sind abhängig davon, ob sich der sich der Betroffene für eine Versorgung zu Hause entscheidet oder aber für die Unterbringung in einem Seniorenheim.
Der Kostenaufwand für eine ambulante Pflege in den eigenen vier Wänden ist natürlich bedeutend geringer, als eine stationäre Unterkunft in einem Senioren- oder Pflegeheim.
Wenn Pflege-Fachkräfte mit der Hilfe beauftragt werden, zahlt die Pflegekasse für beide Pflegearten (ambulant oder stationär) so genannte Sachleistungen aus. Diese Gelder werden direkt mit dem ambulanten Pflegedienst oder mit dem Pflegeheim verrechnet.
Erfolgt die Pflege dagegen zu Hause und durch Angehörige, Nachbarn oder Bekannte, erfolgen die Leistungen auf der Basis eines Pflegegeldes. Diese Leistung wird direkt
an den Pflegebedürftigen gezahlt – es sei denn, er steht unter Vormundschaft.

Kosten und Leistungen in Pflegestufe 3

Wenn die Pflege zu Hause durch die Angehörigen erfolgt :

Bei einer häuslichen ambulanten Pflege durch Angehörige oder andere Privatpersonen
wird für die Pflegestufe 3 ein monatliches Pflegegeld von zurzeit 700 Euro gezahlt, um
den Verdienstausfall zu kompensieren (Stand: Jan. 2012). Denn wer einen Menschen betreut, der die Pflegestufe 3 hat, kann in der Regel keiner festen Berufstätigkeit mehr nachgehen.

Wenn die häusliche Pflege durch ambulante Pflegedienste erfolgt :

Sollte ein ambulanter Pflegedienst mit der Hilfe in den eigenen vier Wänden beauftragt werden, stehen dem Pflegebedürftigen monatliche Sachleistungen von 1.550 Euro zu.
Für Härtefälle in Pflegestufe 3 leistet die Pflegeversicherung zurzeit 1.918 Euro.
Diese Pflegesachleistungen sind niemals ausreichend für eine ambulante Pflege, denn die tatsächlichen Kosten für Pflegestufe 3 bewegen sich – je nach Intensität, Wohnort und Pflegedienst – zwischen 2.500 und 3.500 Euro pro Monat.
Den fehlenden Betrag muss der Pflegebedürftige mit eventuell vorhandenen Sparguthaben und Vermögenswerten ausgleichen. Sollte diese Möglichkeit nicht bestehen, können die Fehlbeträge eventuell vom Sozialamt eingefordert werden. Allerdings haften Kinder
für ihre Eltern. Das Amt für Soziales wird also versuchen, so viel wie möglich von dem vorgestreckten Geld von den Kindern zurück zu fordern – mehr Infos dazu hier

Dauerhafter Aufenthalt in einem Pflegeheim / Seniorenheim :

Wenn die Angehörigen nicht in der Lage sind, die Pflege ausreichend zu gewährleisten (z.B. aus zeitlichen Gründen), ist meistens eine stationäre Pflege in einem Pflegeheim erforderlich.
Der Kostenaufwand für die Unterbringung in einem Pflegeheim kann den eines ambulanten Pflegedienstes oftmals noch übertreffen, also weit mehr als 3.500 Euro betragen. Für die stationäre Pflege leistet die gesetzliche Pflegeversicherung derzeit eine Pflegesachleistung von monatlich 1.550 Euro. Härtefalle in Pflegestufe 3 erhalten 1.918 Euro. Die Differenz zu den tatsächlich anfallenden Kosten muss aus dem eigenen Einkommen oder Vermögen geleistet werden.
Die definitiven Kosten sind jedoch von Pflegeheim zu Pflegeheim sehr unterschiedlich. Pflegeheime mit einer sehr guten Betreuung kalkulieren zwangsläufig mit höheren Kosten, dafür garantieren diese Heime den Pflegebedürftigen auch eine sehr gute Versorgung.
Der Eigenanteil pro Monat ist demnach in diesem Fall um einiges höher, so dass sich die Unterbringung in einem Pflegeheim möglicherweise nach den Vermögenswerten, dem Verdienst oder den wirtschaftlichen Gegebenheiten der Kinder richtet.

Das Fazit für Pflegestufe 3 lautet …

… das die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung niemals ausreichend sind.
Die Versorgungslücke zwischen den Leistungen der sozialen Pflegeversicherung und den tatsächlichen Pflegekosten können durch eine private Pflegezusatzversicherung ausgeglichen werden. Auf diese Weise kann der ambulante Pflegedienst oder das Pflegeheim sorgfältig ausgewählt werden, in dem man sich dann auch tatsächlich wohl fühlt. Je früher man solch eine private Pflegezusatzversicherung abschließt, umso niedriger sind die monatlichen Kosten dafür. Je älter, um so mehr Aufwand.

2 Leserkommentare

  1. Mein Mann hat viele Baustellen,,,Rheuma Gicht Diabätis 2 Und COPD Gold 3 er hat Pflegestufe 2 Pflegestufe 3 haben wir beantragt,,wurde nicht genemigt,,aber ich bin rund um die Uhr für meinen Mann da, er kann nichts mehr liegt im Bett schläft nur was soll ich tun soll ich noch mal 3 beantragen komme mir blöd vor,,,muß Nachts 3-4 mal mit ihm zur Toilette und immer frisch machen ,ist auch nicht einfach für mich Bitte um Rat

    habe nun 3 beantragt wurde abgelehnt,, bin rund um die Uhr für ihn da, was kann ich tun ,,soll ich einspruch

  2. Hausdrachen

    Hallo also ich finde es traurig das Menschen die ihre Angehörigen Pflegen so lapida abgespeist werden. Ich habe jetzt seit einiger Zeit meine alles geliebte mutti bei mir und noch nicht mal einen Termin zur Einstufung der Pflegestufe erhalten. Auch kann ich nicht verstehen warum es immer wieder Leute gibt , die sich darüber aufregen das man fragt wie viel Geld man erhält, wenn man einen Angehörigen pflegt. Ich glaube diese Leute wissen garnicht wie teuer eine häusliche Pflege ist da man ja auch nicht mehr arbeiten gehen kann. Also Kopf hoch und immer wieder neu beantragen und holen Sie sich dabei Hilfe von den zuständigen Beratungsstellen. Soweit mir der Sozialarbeiter im Krankenhaus gesagt hat kommen die auch mit zur Begutachtung und unterstützen einen dabei.
    ich wünsche ihnen ganz viel Erfolg und viel viel kraft um das durch zu stehen.
    ganz liebe Grüße

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