Pflegeversicherung: Pflegestufe 1

Pflegestufe 1 nach dem Sozialgesetzbuch (SGB XI)

Pflegestufe 1

Die Stufe 1 ist die niedrigste „echte“ Pflegestufe, die einem Pflege- bedürftigen zugesprochen werden kann. Eine Pflegestufe 0 gibt
es zwar auch, doch die sorgt ausschließlich bei Erkrankungen des Nervensystems für finanzielle Hilfen.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Lebensqualität und Lebenserwartung merklich verbessert. Die durchschnittliche Lebens- erwartung bei Männern stieg auf 76, bei Frauen auf 82 Jahre.
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts lag sie bei nur ca. 48 Jahren.
Mit der steigenden Lebenserwartung durch den medizinischen Fortschritt steigt aber auch das Risiko der Pflegebedürftigkeit. Logisch, denn mit fortschreitendem Alter stellen sich naturgemäß die Altersbedingten „Zipperlein“ ein und es steigt das Risiko, zu erkranken.
Laut Statistik steigt das Risiko einer Pflegebedürftigkeit besonders ab dem 80. Lebensjahr enorm an. Ab dem 90. Lebensjahr haben 40% der Menschen eine anerkannte Pflege- bedürftigkeit.

Voraussetzungen für die Pflegestufe 1 :

Wenn vom MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) die Pflegestufe 1 attestiert wurde, hat der Pflegebedürftige einen Leistungsanspruch aus seiner gesetzlichen Pflege- versicherung.
Eine Einstufung in die Pflegestufe 1 gemäß SGB XI wird aber nur dann genehmigt, wenn eine „erhebliche“ Pflegebedürftigkeit festgestellt wird. Hierzu muss ein Pflegeaufwand durch Angehörige oder ambulante Pflegedienste von wenigstens 90 Minuten pro Tag notwendig sein – davon müssen täglich mindestens 45 Minuten auf die so genannte Grundpflege entfallen. Diese Zeitfenster werden von der Pflegekasse/vom MDK sehr genau beachtet,
sind für die Beurteilung also enorm wichtig.

Ambulante Hilfen in Pflegestufe 1 :

Für eine ambulante Pflege ist grundsätzlich zwischen einem Pflegegeld und Sachleistungen zu unterscheiden. Das heißt, die Pflegeleistungen können entweder von Angehörigen – oder von professionellen ambulanten Pflegeeinrichtungen übernommen werden.
Unter dem Begriff Sachleistungen versteht man Hilfen, die durch einen mobilen Pflege- dienst erfolgen. Hier werden die enstehenden Kosten direkt zwischen der Pflegekasse und dem Pflegedienst, der sich täglich in der Wohnung kümmert, ausgemacht und beglichen.
Ein Pflegegeld hingegen ist zur Entlohnung naher Angehöriger oder anderer Privat- personen gedacht, die sich um den Pflegebedürftigen kümmern. Diese Geldleistungen werden ohne gesonderte Prüfung auf das Bankkonto des Pflegebedürftigen gezahlt.
Beispiel:
Die 78-jährige Mutter lebt zwar noch im eigenen Haushalt, benötigt aber Hilfe beim An- und Ausziehen und bei der Körperpflege. Auch beim wöchentlichen Baden und Kochen wird die Person von Familienangehörigen oder Pflegern unterstützt und beim Putzen des Haushalts ebenso. Sind solche Hilfeleistungen für mindestens 1 ½ Stunden pro Tag notwendig, sind
die Voraussetzungen für die Pflegestufe 1 in der Regel erfüllt und die finanziellen Hilfen kommen zur Auszahlung.

Stationäre Pflege in der Pflegestufe 1 :

Wenn sich der Pflegebedürftige bzw. seine Angehörigen für eine vollstationäre Pflege entscheiden, werden monatlich 1.023 Euro aus der Pflegeversicherung geleistet.
Hier muss man jedoch beachten, dass viele stationäre Einrichtungen den Pflegebedürftigen nur dann aufnehmen, wenn der MDK ausdrücklich bestätigt, dass die vollstationäre Pflege sogar in der Pflegestufe 1 notwendig ist.
Die Aufwendungen für eine stationäre Pflege werden von den Heimen als Monatspauschale berechnet. In Pflegestufe 1 liegen diese zwischen 1.500 und 3.000 Euro (abhängig von der Ausstattung des Heims und der dortigen Betreuung). Die finanziellen Hilfen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind somit keinesfalls ausreichend, so dass eventuell vorhandene private Sparguthaben des Pflegebedürftigen in Anspruch genommen werden müssen. Sind diese Vermögenswerte aufgebraucht, wird das „Amt für Soziales“ in Vorkasse gehen. Sofern irgendwie möglich, wird diese Vorleistung jedoch bei den Kindern zurück gefordert

Das Fazit für Pflegestufe 1 :

Um die Kosten für die Pflegestufe 1 aufzufangen, wäre der Abschluss einer privaten PflegeZusatzversicherung eine Alternative. Die private Pflegeversicherung übernimmt im Regelfall den gesamten Kostenaufwand für die ambulante und stationäre Pflege und sorgt damit für den finanziellen Ausgleich. Im übrigen haften Kinder im Pflegefall für ihre Eltern.
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