Pflegeversicherung: Pflegestufe 0

Pflegestufe 0 nach dem Sozialgesetzbuch (SGB XI)

Pflegestufe 0

Eine Pflegestufe 0 gibt es im rechtlichen Sinne eigentlich nicht.
Gemeint sind damit Betreuungsleistungen bei einer eingeschränkten Alltagskompetenz. Personen mit diagnostizierten Erkrankungen wie geistige Behinderungen, Demenz, Parkinson oder anderer psychischer Erkrankungen bekommen wegen solcher Diagnosen allein noch keine Pflegestufe zugesprochen. Allerdings erhalten diese Pflegebedürftigen sogenannte Betreuungsleistungen von ihrer Pflegeversicherung. Diese Erkrankten werden der sogenannten Pflegestufe 0 (Null) zugeordnet.

Das Feststellungsverfahren in der Pflegestufe 0 :

Um Leistungen aus der Pflegestufe 0 zu erhalten, muss zunächst ein Antrag auf Leistungen bei der Pflegekasse gestellt werden. Hiernach erstellt der MDK ein Pflegegutachten und wird gegebenenfalls eine eingeschränkte Alltagskompetenz und somit die Pflegestufe 0 feststellen, sofern bestimmte Kriterien erfüllt sind (mehr dazu erfahren Sie weiter unten).
In der Theorie muss für die Pflegestufe 0 ein Bedarf für die Grundpflege von weniger als 45 Minuten täglich bestehen. Wird mehr Zeit für die Grundpflege benötigt, liegt eventuell sogar die höhere Pflegestufe 1 vor.
Die Indikatoren für eine Einstufung in die Pflegestufe 0 sind beispielsweise:
  • Funktionsstörung des Tages- und Nachtrhythmus
  • Auslösen oder nicht erkennen gefährlicher Umstände
  • Im situationellen Sachverhalt unverhältnismäßiges Verhalten
  • Stark labiles oder nicht kontrollierbares emotionelles Handeln
  • Weglauftendenz (nicht kontrolliertes Weggehen aus der Wohnung)
  • Nicht fähig den eigenen Tagesablauf zu strukturieren oder zu planen
  • Nicht geeignetes Erkennen oder Reagieren auf alltägliche Situationen
  • Verbal oder tätlich aggressives Handeln und Missverstehen der Situation
  • Zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit auf Grund einer therapieresistenten Depression
  • Nicht sachgemäßes Handeln mit gefahrenträchtigen Sachen oder Substanzen
  • Nicht fähig, bestimmte seelische oder körperliche Gefühle und / oder Bedürf-
    nisse zu erkennen
  • Herabgesetztes Urteilsvermögen oder Störung des Gedächtnisses, Störungen
    der höheren Hirnfunktion
  • Nicht fähig zu einer nötigen Unterstützung bei therapeutischen oder beschützenden Maßregel als Reaktion auf eine therapieresistente Depression oder Angststörung

Das zahlt die Pflegeversicherung in der Pflegestufe 0 :

Wenn der MDK im Pflegegutachten einen erhöhten Betreuungsbedarf bei dem zu Pflegenden diagnostiziert, dann bekommt der Pflegebedürftige, je nach Schwere, zwischen 100 bis 200 Euro monatlich. Im Jahr 2013 werden diese Leistungen erhöht, siehe in unseren News.
Wichtig: In Pflegestufe 0 sind die Leistungen generell Sachleistungen und keine Bar- leistungen. Sie sind zum Beispiel für die soziale Betreuung oder für eine Tagespflege angedacht. Das wird sich im Jahr 2013 ändern: dann soll auch bei einer Pflege durch Angehörige ein Betreuungsgeld gezahlt werden.
Je nachdem, welche Krankheitsbilder vorliegen, zahlt die soziale Pflegeversicherung unterschiedliche Leistungen in Pflegestufe 0. Diese möchten wir Ihnen jetzt aufzeigen:

Einfaches Betreuungsgeld für Pflegestufe 0 :

Um in der Pflegestufe 0 den Grundbetrag von derzeit 100 Euro pro Monat zu beziehen, muss der Pflegebedürftige zumindest 2 Kriterien gemäß dieser Liste erfüllen für einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten. Außerdem muss mindestens eine Voraussetzung nach diesen Kriterien erfüllt sein.

Erhöhtes Betreuungsgeld in Pflegestufe 0 :

Um in Pflegestufe 0 die höheren Leistungen von 200 Euro monatlich zu bekommen, hat der Pflegebedürftige diese Kriterien zu erfüllen. Wichtig: bei der Beurteilung für ein erhöhtes Betreuungsgeld in Pflegestufe 0 zieht die Pflegeversicherung nicht nur die Diagnose, sondern auch den zeitlichen Hilfe-Bedarf mit ein.

Das Fazit für Pflegestufe 0 heißt :

Eine monatliche Geldleistung von 100 Euro bis 200 Euro ist sicherlich nicht ausreichend, um einen geistig erkrankten Menschen zu pflegen, auch wenn die Leistung im nächsten Jahr auf 220 Euro (320 Euro in schweren Fällen) steigt. Hier gilt es, frühzeitig Vorsorge zu treffen.
Eine PflegeZusatzversicherung kann hier zumindest einen finanziellen Ausgleich schaffen. Führen Sie hier bitte einen genauen Vergleich durch, denn nur die wenigsten privaten Zusatz-Tarife sehen Leistungen vor, die bereits ab Pflegestufe 0 greifen.

3 Leserkommentare

  1. Frank Schröder

    Im Alter gibt es nicht nur die Demenz. Unsere Mutter ist 89 Jahre alt. Sie ist geistig voll auf der Höhe. Nach einem Unfall ist unsere Mutter stark gehbehindert. Dazu kommt noch die Gleichgewichtsstörung. Der MDK bewertete den grundpfegerischen Bedarf 2011 auf 29 min. Sie ist auf gegelmäßige Hilfe von uns angewiesen, um den Alltag zu bewältigen. Dafür sollte die Pfegestufe 0 auch dienen.

  2. Also ist Parkinson ( seit 10 Jahren ) keine Indikation für die Pflegstufe 0, ?
    obwohl alles viel langsamer geht und schwieriger wird.
    Bitte um Antwort an meine Mailanschrift. Arabrab Emhez

  3. Meine Mutter ist 89 Jahre alt. Sie hat keine Demenz wird aber zunehmend aggresiver und behauptet Dnge die einfach nicht der Wahrheit entsprechen. Seit einiger Zeit ist sie gehbehindert, hat Wasser in den Beinen und benötigt Kompressionsstrümpfe, hier kommt der Sozialdienst.
    Tritt in dem Fall die Pflegestufe 0 in Kraft ? Bitte um Antwort per e-mail

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