Antrag auf Pflegegeld: So wird es gemacht

Pflegegeld Antrag

Vorübergehend oder sogar Dauernd Pflegebefürftig zu werden ist ein Schicksal, dass uns alle gleichermaßen treffen kann. Egal, ob Alt oder Jung.
Wer wegen Pflegebedürftigkeit finanzielle Hilfe möchte, muss bei der Krankenkasse einen Antrag auf Pflegegeld stellen. Jede Kasse bietet hierfür eigene Formulare an.
Weil Formfehler die finanzielle Hilfe aber unnötig hinaus- zögern können, sind einige Dinge zu beachten.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie grobe Fehler vermeiden.

Wie stelle ich einen Antrag auf finanzielle Pflegeleistungen?

1. Grundvoraussetzung beachten

Damit ein Antrag auf Pflegegeld überhaupt Berechtigung hat, muss der Pflegebedürftige entweder dauerhaft beeinträchtigt sein – oder für mindestens sechs Monate.

2. Die Pflegegeldkasse (Krankenkasse) informieren

Wenn Sie den Eindruck haben, die Hilfeleistungen sind so umfangreich, dass die Voraus-setzungen mindestens für die Pflegestufe I erfüllt sind, sollten Sie bei der zuständigen Pflegekasse die Einstufung in eine Pflegestufe beantragen. Das kann telefonisch erfolgen oder in schriftlicher Form und braucht zunächst keine Formulare. Die Pflegekasse ist in der Regel dieselbe, in welcher Sie gleichzeitig krankenversichert sind.
Die Pflegekasse sendet Ihnen hiernach einen Antrag auf Pflegegeld zu.

3. Den Pflegegeld Antrag ausfüllen

Zu beachten ist, dass der Pflegegeld Antrag eigenhändig vom Pflegebedürftigen gestellt werden muss. Sollte er dies nicht können, kann er dazu jemanden bevollmächtigen.
Die Prüfung Ihres eingereichten Pflegegeld-Antrags ist übrigens kostenfrei.
Wichtig: Wenn Sie den Antrag später als vier Wochen nach Beginn der Bedürftigkeit stellen, werden keine rückwirkenden Leistungen gewährt. Sollte der Pflegegeld Antrag also positiv entschieden werden, erhalten Sie das Pflegegeld erst ab dem nächsten Monat.

4. Zuordnung der Pflegestufe bei einem positiven Bescheid

Anhand Ihrer Angaben im Pflegegeld Antrag werden Sie einer der drei Pflegestufen zugeordnet. Sollte die Pflegekasse sich allerdings noch im unklaren sein, wird diese den MdK (medizinischer Dienst der Krankenkassen) zur Beurteilung hinzuziehen.
Wichtig: Sollten Sie laut Ihrem Pflegegeld Antrag der Meinung sein, dass Ihnen die Pflegestufe 2 oder sogar die Stufe 3 zusteht, sollte der MdK immer eingeschaltet werden.

5. Wahl der Pflegeart

Hat die Pflegekasse Ihrem Pflegegeld-Antrag zugestimmt und Leistungen bewilligt, haben Sie nun die Auswahl der Pflegeleistungen. Sie können wählen zwischen Geld-, Sach- und Kombinationsleistungen.
Bei der Geldleistung können Sie von jemandem aus dem privaten Umfeld gepflegt werden (Laienpflege). Unter dem Begriff Sachleistung ist zu verstehen, dass Sie durch professio-nelles Pflegepersonal betreut werden – entweder in der eigenen Wohnung durch einen ambulanten Pflegedienst – oder stationär in einem Pflegeheim. Die Abrechnung mit der Pflegekasse erfolgt in dem Fall direkt mit dem Pflegedienst, welcher die Pflegeperson zu Ihnen schickt bzw. mit der stationären Pflegestelle. Die Kombinationsleistung enthält beide Leistungen und bedeutet, dass Sie sowohl durch Leute aus dem privaten Umfeld gepflegt werden, als auch durch einen ambulanten Pflegedienst.

2 Leserkommentare

  1. Rund ums Pflegegeld gibt es so viel zu beachten. Man gluabt es kaum. Ich habe es am eigenen Leibe verspürt, als ich mich mit dieser Thematik auseinandersetzen musste. Bevor man jedoch einen Antrag stellt, finde ich, sollte man sich erst einmal bewusst sein, was das Pflegegeld überhaupt ist und welche Bedingungen erfüllt werden müssen. Unter http://www.awo-rheinland.de/senioren/ratgeber-pflege/pflegegeld/ habe ich einen Überblick gefunden, der für jeden, der sich mich dem The abeschäftigt, sicherlich hilfreich ist.

  2. Als Pflegeberater in Sachen Antrag auf Pflegegeld kann ich nur empfehlen sich vor Antragstellung von jemanden beraten zu lassen, der sich mit den Richtlinien zur Einstufung in die Pflegeversicherung auskennt. Viele Versicherte wissen um die richtige Pflegestufe, können es aber gegenüber dem Pflegegutachter nicht formulieren. Beratung ist in jedemfall sinnvoll.

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